Zum Tode von Wilhelm Milenz, ehemaliger Vorsitzender des Heimatkreises Demmin/Bad Bevensen


Am 21. April 2021 verstarb im hohen Alter von 85 Jahren Wilhelm Milenz.
Wilhelm Milenz bekleidete von 1992 bis zu seiner Auflösung im Jahre 2005 das Amt des Vorsitzenden des Heimatkreises Demmin.
Aus einer losen Gemeinschaft von rund neunhundert ehemaligen Einwohnerinnen und Einwohnern aus Stadt und Kreis Demmin, die sich alljährlich in Hamburg trafen, übernahm im Jahre 1979 die Stadt Bad Bevensen die Patenschaft für diesen Personenkreis, der aufgrund von Flucht und Vertreibung und der Teilung des deutschen Vaterlandes nicht in ihrer Heimat leben konnten.
Im Jahre 1992 übernahm Wilhelm Milenz den Vorsitz des Heimatkreises. Bereits zu diesem Zeitpunkt fiel der Grund für eine Weiterführung der Patenschaft, zwei Jahre nach der Wiedervereinigung weg, so dass der Fortbestand der patenschaftlichen Verbindungen mehr als unsicher war.
So setzte er sich, wie es immer wieder seine Art war, vehement für die Weiterführung dieser, für die Ehemaligen so bedeutenden Patenschaft ein, zumal sich ab diesem Zeitpunkt ein Engagement der Hansestadt Demmin an den jährlichen Treffen abzeichnete. Nach einer intensiven Vorbereitungs- und Planungsphase mit den Vertretern aus den Städten Bad Bevensen und Demmin konnte es Wilhelm Milenz als einen persönlichen Erfolg verbuchen, dass ab 1995 die bis dato ausschließlich in Bad Bevensen stattfindenden „Demminer Heimattage“ nun im jährlichen Wechsel in der Patenstadt und in der alten Heimat stattfinden konnten.
Im Jahre 2005, nach zehn weiteren erfolgreichen Jahren der Verbindung und der Treffen von ehmaligen- und aktuellen Einwohnerinnen und Einwohnern aus Stadt und Kreis, endete die 26-jährige Patenschaft in den „Demminer Tannen“.

Wilhelm Milenz gelang es mit seinem Engagement, wenige Jahre nach der „Wende“, eine Brücke zwischen alter und neuer Heimat zu schlagen und prägende Vorurteile nach vierzigjähriger Teilung zwischen Ost und West abzubauen. Nicht zuletzt das Sammeln und Überbringen von Sachspenden in der Nach-Wendezeit an die Demminer Diakonie machten ihn, unterstützt von seiner Frau Gertrud und seinem Sohn Walter, zu einem Pfeiler der Patenschaft, der seine Heimat Demmin nie aus den Augen verloren hat.

Wir trauern um einen liebenswerten Menschen, der uns mit seiner Offenheit und seinem trockenen norddeutschen Humor über die Zusammenarbeit mit dem Heimatkreis Demmin sehr ans Herz gewachsen ist.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl begleiten seine Familie.

Andreas Springer

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